Zukunft Open Hardware und Open Device Labs

Während innerhalb des Internets die Welt bereits auf die Größe eines Bildschirms zusammengeschrumpft ist, lässt sich dies von den Produktionsstätten, besonders im Design und in der Technik nicht behaupten. Unter dem Motto – Wir lieben die Maschine, aber wir hassen die Fabrik – findet in Wien das Vienna Open Festival statt. Dabei geht es um neue Techniken und wie diese in Gemeinschaften nutzbar gemacht werden können. Nicht die geheimnistuerische Arbeit im hoch gesicherten Labor oder der Designwerkstatt mit zugehängten Fenstern ist hier gefragt. Diese kommunikative Messe will zur Zusammenarbeit anstiften, Möglichkeiten der gemeinschaftlichen Techniknutzung aufzeigen und natürlich auch die aktuellen Geräte und Arbeitsmethoden vorstellen.

Mit Open Software fing es an

Auf dem Softwaremarkt ist sie den Herstellern kommerzieller Produkte schon lange ein Dorn im Auge, die sogenannte Freeware – kostenlose, zumeist vollwertige Konkurrenzprodukte zu etablierten Softwarepaketen. Zeichenprogramme, Datenbanken, komplette Office-Versionen und sogar brauchbare CAD-Software ist erhältlich, ohne auch nur einen Cent dafür ausgeben zu müssen. Communities machen es möglich. Leute stellen ihr Know-how und ihre Zeit zur Verfügung und arbeiten an Programmen, die der Allgemeinheit kostenfrei zum Download bereitgestellt werden. Nach diesem Vorbild können insbesondere junge Entwickler auf Technik zugreifen, die unter normalen Umständen nur von großen Unternehmen finanziert werden kann. Dabei gehen beide einen Pakt auf Geben und Nehmen ein. Das Unternehmen stellt Technik und Arbeitsplatz zur Verfügung und bekommt dafür neue Ideen und vielleicht sogar einen Freelancer als neuen Mitarbeiter ins Haus. Diese Art der Zusammenarbeit hat sich schon beim Betreiben von Open Device Labs (ODL)  bewährt und beide Seiten profitieren von einer Zusammenarbeit auf Gegenseitigkeit. So entstehen an vielen Orten neue ODL, die für die neuen Betriebssysteme Firefox OS, Ubuntu mobile und andere die Realitätstests durchführen oder eine App auf verschiedenen Geräten auf Herz und Nieren prüfen.

Die Angst vor dem Ideenklau

Natürlich besteht bei einer Zusammenarbeit immer die Gefahr, dass sich eine Seite einen Vorteil verschafft. Doch andererseits wären viele Entwicklungen gerade für junge Talente nicht realisierbar, würde ihnen die Technik nicht zur Verfügung gestellt. Zudem lässt sich mit einem Vertrag und einer genauen Dokumentation der Entwicklungsarbeit ein Abhandenkommen der eigenen Ideen wirkungsvoll vermeiden.

Die Nutzung von 3D-Druckern, Rasperry Pis oder einer Arduino-Plattform muss für junge Entwickler kein unerfüllbarer Wunschtraum bleiben. Immer häufiger schließen sich Entwickler, vor allem aus unterschiedlichen Branchen zusammen, die aber mit den gleichen Geräten ihre Techniken oder das Design voran bringen wollen. So wird neben der Raumkostenersparnis und den Einsparungen bei der Geräteanschaffung zudem ein Austausch von Ideen ermöglicht, der für alle Beteiligten von großem Vorteil sein kann.

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